Korrosionsschutz
Was ist Korrosion ?
Korrosion ist ein anders Wort für chemische Veränderung, beziehungsweise Zerstörung. Man bezeichnet mit Korrosion die fortschreitende Zerstörung fester Oberflächen von Metallen durch Rost. Rosten ist ein Oxidationsprozess, der an der Metalloberfläche entsteht, wenn Wasser und Luft mit dem Metall in Berührung kommen. Es entwickelt sich Eisen(III)-Oxid-Hydroxid - eine poröse Schicht aus Eisenoxiden. Ein Millimeter Eisen ergibt sieben Millimeter Rost.
Korrosionsschutz in der Automobilindustrie
Aus ökonomischen und sicherheitstechnischen Gründen bemüht sich die Automobilindustrie, die Korrosion am Kraftfahrzeug zu verhindern. Man unterscheidet beim Korrosionsschutz die aktive und die passive Vorgehensweise.
Bei dem aktiven Korrosionsschutz wird die Korrosion durch elektrochemische Maßnahmen verhindert. Die Maßnahme ergreift man bei großtechnischen Anlagen und Schiffen.
In der Automobilindustrie findet der passive Korrosionsschutz Anwendung. Die rostanfälligen Teile werden mit einem anderen Material beschichtet, so dass Eisen nicht mit Sauerstoff, Wasser oder Salzlösungen Kontakt bekommt. Man verwendet Überzüge aus Farben, Kunststoffen oder korrosionsunempfindlichen Metallen wie Chrom, Kupfer, Nickel, Zinn oder Zink. Stahl wird in der Autoindustrie mit einer Zinkphosphatschicht überzogen. Man spricht von passiviertem Korrosionsschutz. Geschützt werden nicht nur die Karosserie des Autos, sondern auch Gussteile, der Unterboden sowie alle Schrauben.
Die Schichtdicke des Korrosionsschutzes
Nach dem Prüfblatt des VDA (Verband der Automobilindustrie) wird bei Schraubenverbindungen eine Reibungszahl von 0,09 bis 0,14 μm festgesetzt. Eine dickschichtpassivierte Oberfläche hat höhere Werte. Um den Reibungskoeffizienten niedriger zu halten, werden alkalische Gleitschichten aufgetragen. Diese Gleitbeschichtung kann aber den Korrosionsschutz negativ verändern, wenn die Oberfläche verzinkt ist.
Inzwischen gibt es eine organisch/alkalische Gleitschicht aus Siliciumdioxid, die den Korrosionsschutz erhöht. Siliciumdioxidpartikel sind so klein, dass sie jede noch so winzige Spalte auffüllen. Es entsteht eine glatte Oberfläche, an der Wasser abperlt.
Korrosionsschutz als Schutz vor Unfällen
Korrosionsschutz beim Auto gehört zur Sicherheit des Fahrzuges. Bei der TÜV-Untersuchung wird auch geprüft, ob das Fahrzeug Korrosionsschäden hat. Wenn Durchrostungen an der Auspuffanlage, an tragenden Teilen wie Schweller und Längsträger, Bodengruppe, Federbein-Aufnahmen im Motorraum und Kofferraum erkennbar werden, besteht Unfallgefahr, und das Fahrzeug ist nicht verkehrssicher. Ein Unfallgutachter wird auf diese Mängel hinweisen und im Gutachten aufnehmen.
Korrosionsschutz an Konstruktionen
Der Zahn der Zeit nagt überall, auch an Stahlkonstruktionen wie Brücken oder Hochspannungsmasten. Der Rost beeinträchtigt nicht nur die Schönheit der Stahlkonstruktion, sondern auch deren Sicherheit und Funktionalität. Deshalb muss man Hochspannungsmasten dagegen schützen. Die Festlegungen für den Korrosionsschutz finden sich in der Norm DIN EN ISO 12944; zusätzliche Richtlinien sind in der ZTV-ING.
Der Korrosionsschutz von Stahlkonstruktionen erfolgt mit giftigen, schwermetallhaltigen Chemikalien. Dies erfordert erstens äußerste Sorgfalt in Hinblick auf die Umwelt und zweitens auch besonders sorgfältige und sicherheitsbewusste Einarbeitung der verantwortlichen Arbeitskräfte. Zur technischen Überwachung der vielfältigen, gefahrenreichen Gesichtspunkte von Korrosionsschutz- und Sanierungsarbeiten bei Hochspannungsmasten werden staatlich geprüfte Korrosionsschutztechniker eingesetzt. Man ist besonders vorsichtig im Umgang mit giftigen Bleirückständen. Bleimennige und Bleisilikochromat sind hierbei zwei besonders umweltschädliche Bleirückstände.
Für die Messung der Schichtdicke des Korrosionsschutzes an einer Stahlkonstruktion setzt man ebenfalls Schichtdickenmessgeräte ein. Die Schichtdicke kann eigentlich nur von geübten Technikern, die den Masten tatsächlich hinaufklettern, geprüft werden. Daher ist es wichtig, über kabellose Schichtdickenmessgeräte zu verfügen. Diese kabellosen Schichtdickenmessgeräte verfügen teils über kleine, daumengroße Funkmesssonden. Die Techniker tragen sie beim Klettern mit einer Handschlaufe.